Die vergangene Wasservogelzählung am 14.02.2026 bescherte bei idealen Sichtbedingungen – leicht bedeckter Himmel und relativ milde Temperaturen – ungewöhnlich hohe Februarzahlen: 18.114 gezählte Wasservögel, das ist der zweithöchste Februarwert seit mind 2013. Lediglich im Februar 2019 gab es mit 19.184 Ind noch mehr. Man darf mutmaßen, dass die andauernde Frostphase insbesondere in Nordost-Deutschland und -Europa die Wintergäste noch etwas länger in unseren Regionen verweilen lässt. Ein Indiz dafür wäre auch, dass die Januar-Zahl ähnlich hoch lag.

Besonders auffällig ist – wie auch schon im Vormonat – die sehr hohe Zahl an Blässhühnern. Mit 9.039 Ind. stellen sie knapp die Hälfte aller Wasservögel. Es ist sogar die vierthöchste Zahl überhaupt über alle Monate seit 2013. Lediglich im Oktober 2023 (9.868 Ind.), Februar 2017 (9.459 Ind.) und November 2025 (9.311 Ind.) wurden mehr gezählt. Mit ebenfalls fast durchgängig hohen Zahlen warteten die verschiedenen Entenarten auf. Die Schwimmenten wohl auch begünstigt durch den äußerst niedrigen Chiemsee-Wasserstand. Hier seien insbesondere Krickente (mit 292 Ind. der zweithöchste) und Spießente (mit 103 Ind. der höchste Februarwert seit 2013) erwähnt. Bei den Tauchern warteten Schwarzhalstaucher (82 Ind.) und Prachttaucher (35 Ind.) mit Februar-Maxima auf, während der seltenere Sterntaucher in diesem bisherigen Winter am Chiemsee noch kaum in Erscheinung getreten ist. Das trifft zum großen Teil für den Winter auch für die Meeresenten zu: keine Eisenten, lediglich 5 Samtenten, gerade mal 3 Bergenten.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (9.039 Ind. / 49,9%), Reiherente (4.292 Ind. / 23,7%), Stockente (1.183 Ind. / 6,5%), Tafelente (629 Ind. / 3,5%), Schellente (424 Ind. / 2,3%), Lachmöwe (405 Ind. / 2,2%), Haubentaucher (388 Ind. / 2,1%), Graugans (379 Ind. / 2,1%), Krickente (292 Ind. / 1,6%), Schnatterente (172 Ind. / 0,9%).

Erwähnenswert sind zudem noch 2 Rothalstaucher, 1 Ohrentaucher, 2 Zwergsäger und 3 Rohrweihen.

Die Karten zeigen die Verteilung der Blässhühner im Februar 2026 (erste Karte) und Januar 2026 (zweite Karte) am See. Es ist hier eine Verlagerung vom Westufer hin zum Nordwesten (Gstadt/Seebruck) zu erkennen.