Sehr niedriger Wasserstand, traumhaftes Spätsommerwetter und damit einhergehende nicht unerhebliche Störungen durch Wassersportler prägten die vergangene Chiemsee-Wasservogelzählung am 12.09.2026. Als Folge zogen sich die Vögel in die ruhigeren Buchten und Ruhezonen zurück (siehe Karte) – was für September ein typisches Bild darstellt.
Sehr ungewöhnlich hoch waren dieses Mal die Tafelenten-Zahlen: 2.149 Ind. ist der zweithöchste Septemberwert seit 2012 – lediglich 2017 waren es mit 2.447 Ind. mehr. Nicht nur die Tafelente, auch die Kolbenente konnte mit guten Zahlen punkten: 477 Ind. ist nicht weit vom bisherigen Septembermaximum von 514 Ind. (2023) entfernt. Ebenfalls hohe Zahlen wiesen die Gründelenten. Allen voran die Stockente: mit 1.341 Ind. ist das der deutlich höchste Septemberwert seit mind. 2012 – vorher waren es maximal 786 Ind. (2016). Krickente (273 Ind.), Löffelente (67 Ind.) und Pfeifente (13 Ind.) hatten ebenfalls hohe Werte, nahe am jeweiligen bisherigen Maximalwert. Alle drei Arten profitieren sicherlich auch vom niedrigen Wasserstand. Lediglich die Schnatterente liegt mit 133 Ind. im unteren Mittelbereich. Stark profitiert vom niedrigen Wasserstand haben vielfach die Limikolen. Insbesondere bei Kiebitz (83 Ind.) und Bekassine (49 Ind.) hatten wir neue Septemberhöchstwerte. Und der Prachttaucher war noch nie bereits im September mit 3 Ind. vertreten.
Auf der anderen Seite warteten aber ein paar Arten mit eher niedrigen Werten auf: 4.424 Ind. beim Blässhuhn sind etwa 1.000 Ind. unter dem, was man sonst erwarten darf. Und ähnlich sieht es bei der Reiherente aus: 1.402 Ind. ist der drittniedrigste Wert seit 2012. Schwarzhalstaucher waren mit 4 Ind. kaum anwesend, genauso wie die Möwen: Lachmöwe mit 429 Ind. zweitniedrigster Septemberwert, Mittelmeermöwe mit 41 Ind. auch sehr niedrig.
Hier noch die Top-10-Arten: Blässhuhn (4424 Ind. / 34,5%), Tafelente (2149 Ind. / 16,8%), Reiherente (1402 Ind. / 10,9%), Stockente (1341 Ind. / 10,5%), Graugans (881 Ind. / 6,9%), Kolbenente (477 Ind. / 3,7%), Haubentaucher (476 Ind. / 3,7%), Lachmöwe (429 Ind. / 3,3%), Krickente (273 Ind. / 2,1%), Höckerschwan (136 Ind. / 1,1%), Schnatterente (133 Ind. / 1%).
Schöne Highlights waren 1 Rothalstaucher und 2 Nachtreiher im Aiterbacher Winkel, 1 Rohrdommel am. Schilfrand des Irschener Winkels entlangschleichend, 1 Tüpfelsumpfhuhn in der Feldwieser Bucht und der Seeadler in der Hirschauer Bucht.
Hier noch in der Abbildung die September-Zahlen der Tafelente seit 2013:

Und die Karte mit der Verteilung der Wasservögel bei der letzten Zählung. Je intensiver die Färbung, desto mehr Vögel waren anwesend:


















