Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse September 2026

Sehr niedriger Wasserstand, traumhaftes Spätsommerwetter und damit einhergehende nicht unerhebliche Störungen durch Wassersportler prägten die vergangene Chiemsee-Wasservogelzählung am 12.09.2026. Als Folge zogen sich die Vögel in die ruhigeren Buchten und Ruhezonen zurück (siehe Karte) – was für September ein typisches Bild darstellt.

Sehr ungewöhnlich hoch waren dieses Mal die Tafelenten-Zahlen: 2.149 Ind. ist der zweithöchste Septemberwert seit 2012 – lediglich 2017 waren es mit 2.447 Ind. mehr. Nicht nur die Tafelente, auch die Kolbenente konnte mit guten Zahlen punkten: 477 Ind. ist nicht weit vom bisherigen Septembermaximum von 514 Ind. (2023) entfernt. Ebenfalls hohe Zahlen wiesen die Gründelenten. Allen voran die Stockente: mit 1.341 Ind. ist das der deutlich höchste Septemberwert seit mind. 2012 – vorher waren es maximal 786 Ind. (2016). Krickente (273 Ind.), Löffelente (67 Ind.) und Pfeifente (13 Ind.) hatten ebenfalls hohe Werte, nahe am jeweiligen bisherigen Maximalwert. Alle drei Arten profitieren sicherlich auch vom niedrigen Wasserstand. Lediglich die Schnatterente liegt mit 133 Ind. im unteren Mittelbereich. Stark profitiert vom niedrigen Wasserstand haben vielfach die Limikolen. Insbesondere bei Kiebitz (83 Ind.) und Bekassine (49 Ind.) hatten wir neue Septemberhöchstwerte. Und der Prachttaucher war noch nie bereits im September mit 3 Ind. vertreten.

Auf der anderen Seite warteten aber ein paar Arten mit eher niedrigen Werten auf: 4.424 Ind. beim Blässhuhn sind etwa 1.000 Ind. unter dem, was man sonst erwarten darf. Und ähnlich sieht es bei der Reiherente aus: 1.402 Ind. ist der drittniedrigste Wert seit 2012. Schwarzhalstaucher waren mit 4 Ind. kaum anwesend, genauso wie die Möwen: Lachmöwe mit 429 Ind. zweitniedrigster Septemberwert, Mittelmeermöwe mit 41 Ind. auch sehr niedrig.

Hier noch die Top-10-Arten: Blässhuhn (4424 Ind. / 34,5%), Tafelente (2149 Ind. / 16,8%), Reiherente (1402 Ind. / 10,9%), Stockente (1341 Ind. / 10,5%), Graugans (881 Ind. / 6,9%), Kolbenente (477 Ind. / 3,7%), Haubentaucher (476 Ind. / 3,7%), Lachmöwe (429 Ind. / 3,3%), Krickente (273 Ind. / 2,1%), Höckerschwan (136 Ind. / 1,1%), Schnatterente (133 Ind. / 1%).

Schöne Highlights waren 1 Rothalstaucher und 2 Nachtreiher im Aiterbacher Winkel, 1 Rohrdommel am. Schilfrand des Irschener Winkels entlangschleichend, 1 Tüpfelsumpfhuhn in der Feldwieser Bucht und der Seeadler in der Hirschauer Bucht.

Hier noch in der Abbildung die September-Zahlen der Tafelente seit 2013:

Und die Karte mit der Verteilung der Wasservögel bei der letzten Zählung. Je intensiver die Färbung, desto mehr Vögel waren anwesend:

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse April 2026

Bei guten Zählbedingungen wurde die Wasservogelzähl-Saison 2025/26 am 11.04.2026 abgeschlossen. Insgesamt wurden zum Saisonabschluss 2.363 Wasservögel gezählt – etwas weniger als im April vergangenen Jahres (2.525 Ind.), aber immer noch in einer erwartbaren Größenordnung. Man merkt eben, dass im April der Großteil der winterlichen Rastvögel abgezogen ist und nicht mal halb so viele Vögel mehr anwesend sind wie im Monat davor.

Vergleicht man die Aprilwerte mit den Zahlen der vergangenen Jahre fallen zwei Vogelgruppen auf: mit 180 Möwen scheint sich deren Niveau seit drei Jahren auf einem äußerst niedrigen Bestand einzupendeln. Nicht zu vergleichen zu den Werten der Saisons davor. So waren es in der Vergangenheit im April auch schon mal bis zu 2.677 Möwen (2016). Auf der anderen Seite haben wir die Enten, von denen insbesondere die Schwimmenten seit Jahren einen positiven Bestandstrend im April haben. Auch bei den Gänsesägern hatten wir in diesem April mit 33 ind. eine ungewöhnlich hohe Zahl am See.

Hier – wie immer – noch die Top-10-Arten: Blässhuhn (579 Ind. / 24,5%), Reiherente (322 Ind. / 13,6%), Stockente (283 Ind. / 12%), Haubentaucher (234 Ind. / 9,9%), Graugans (170 Ind. / 7,2%), Lachmöwe (127 Ind. / 5,4%), Krickente (112 Ind. / 4,7%), Kolbenente (90 Ind. / 3,8%), Schnatterente (71 Ind. / 3%), Schwarzhalstaucher (64 Ind. / 2,7%).

Betrachtet man die Zahlen über die gesamte Saison hinweg, hatten wir von Oktober bis Februar (den Nebel-Dezember hier mal rausgerechnet) eine fast gleiche Gesamtzahl an Vögeln am See, sowohl auf alle Arten betrachtet, wie auch auf die größte Gruppe der Entenvögel und Blässhühner. Zum Beispiel waren es bei den Entenvögeln mit Blässhühnern zwischen 16.220 Ind. (Nov.) und 16.819 Ind. (Jan.), wenngleich die Artenzusammensetzung über die Saison etwas variiert (u.a. mehr Tafelenten im Herbst, mehr Schellenten im Winter).

Geht man die Saisonsummen aller erfassten Arten seit der Saison 2012/13 durch, stellt man fest, dass die vergangene Saison eine tendenziell eher höhere Zahl aufweist (die höchste Summe seit 2017/18). Das ist umso erstaunlicher, als dass der Dezember 2025 wegen Nebels nicht wirklich zählt. Realistischer müssten dort 5.000 – 10.000 mehr Vögel vorhanden gewesen sein, als gezählt werden konnten. Berücksichtigt man das, wären wir hier im Bereich der sehr starken Saisons 2016/17 und 2017/18.

Die folgenden Diagramme zeigen die Entwicklung der Aprilzahlen von Möwen, Schwimmenten und Sägern zwischen 2013-2026:

Die folgende Karte zeigt die durchnschnittliche Wasservogelzahlen der gesamten Saison, verteilt auf die verschiedenen Artgruppen und die Zählgebiete am Chiemsee

Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Zähler:innen für den großartigen Einsatz. Wir gönnen uns die verdiente Pause und sehen uns wieder zum nächsten Saisonstart am 12.09.2026!

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse März 2026

Schönes Frühlingswetter mit teilweise strammem Südwestwind (v.a. Süd- und Westufer) waren für die vergangene Wasservogelzählung am 14.03.2026 kennzeichnend. Mit insgesamt 5.938 gezählten Ind. liegt die Gesamtsumme geringfügig unter dem Wert des Vorjahres (6.205 Ind.) und auch gut im langjährigen Märzmittel. Jahreszeitbedingt sind das gerade mal ein knappes Drittel der Vögel vom Februar.

Abgesehen von der Stockente und Spießente waren ungewöhnlich wenige Schwimmenten zu beobachten – insbesondere der Irschener Winkel – normalerweise Garant für ein größere Schwimmenten-Ansammlungen – war mit 7 Stockenten mehr oder weniger leergefegt. Auf dem gesamten See wurden lediglich 28 Schnatterenten, 23 Krickenten und 20 Spießenten beobachtet, keine Löffelenten, keine Pfeifenten, keine Knäkenten: wo sind sie alle geblieben?

Auch die Tafelenten sind – allerdings märztypisch – nahezu vollständig wieder Richtung Brutgebiete abgezogen. Im eher noch guten Zahlenbereich liegen die Taucher. Insgesamt warten fast alle Wasservogelarten mit erwartbaren Werten auf. Man merkt, dass das Rastgeschehen am Chiemsee für einen Großteil der Wasservogel zu Ende geht und viele schon Richtung Brutheimat aufgebrochen sind.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (2.664 Ind. / 44,9%), Reiherente (1.611 Ind. / 27,1%), Stockente (401 Ind. / 6,8%), Graugans (228 Ind. / 3,8%), Lachmöwe (212 Ind. / 3,6%), Schellente (153 Ind. / 2,6%), Haubentaucher (128 Ind. / 2,2%), Brachvogel (101 Ind. / 1,7%), Mittelmeermöwe (62 Ind. / 1%), Kormoran (55 Ind. / 0,9%).

Hervorzuheben sind noch die Beobachtungen von 17 Blässgänsen, 1 Ohrentaucher und 2 Flußregenpfeifern. Die mind. 13 Bergenten, die am Nachmittag am Achendelta beobachtet werden konnten waren bei der WVZ vormittags leider noch nicht zu sehen.

Das Diagramm zeigt die typische Schwimmenten-Zusammenstellung im März seit 2019 im Irschener Winkel. In der Regel ist die Krickente (hellgrün) die dominante Art in fast allen Jahren.

ADEBAR – Praxisveranstaltung in Siegsdorf

für alle Einsteiger, Auffrischer und Neugierige bieten wir am Samstag, 28. März eine Einführungs- und Informationsveranstaltung für ADEBAR Kartierende an.

Treffpunkt ist um 7:30 Uhr am Parkplatz Traun Mündung, das ist direkt nördlich der Autobahnausfahrt Siegsdorf/Traunstein ( https://maps.app.goo.gl/tVkGGSDZmWurdJqm7?g_st=iw).

Wir planen hier in kleinen Gruppen ADEBAR Routen im Quadranten 8141_1 bei Siegsdorf zu begehen und dabei live die Methodik kennenzulernen, Fragen zu klären und Tipps für die Praxis, insbesondere auch artspezifische Besonderheiten, mitzugeben. Zu Beginn werden wir auch kurz auf Aspekte der Routenplanung eingehen. Je nach Witterung und Laune werden wir pro Gruppe etwa 1-3 Routen (a ca. 1km) begehen und die Gesamtdauer der Veranstaltung wird etwa 2-3h betragen.

Zur Vorbereitung bitten wir folgende Punkte zu beachten:

  • bitte wetterangepasste Kleidung, bequeme Wanderschuhe, ein Smartphone oder Tablet, sowie Fernglas mitbringen
  • wir kartieren mit der Naturalist-App auf dem Smartphone. Damit jeder während der Begehungen den ADEBAR-spezifischen Umgang mit der Naturalist-App praktisch erproben kann, solltet Ihr
    • einen ornitho-Zugang besitzen
    • die Naturalist-App installiert haben
    • idealerweise schon für einen ADEBAR-Quadranten als Kartierender registriert sein
    • die Offline-Karte mit dem Ausschnitt des Quadranten auf das Gerät herunterladen (unter Naturalist-Einstellungen -> Offline Karte)
  • zur praktischen Nutzung von Klangattrappen können auch Bluetooth-Lautsprecher mitgebracht werden
  • die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt; ggf. werden wir bei allzu schlechtem Wetter etwas abkürzen. Leider verspricht die aktuelle Vorhersage für das kommende Wochenende nicht allzu Gutes – warten wir’s ab.
  • meldet euch bitte für die ADEBAR-Signalgruppe an – das erleichtert uns ungemein die weitere Koordination. Der Link für die Gruppe lautet: https://signal.group/#CjQKINM9dtOD3syQgZPNL8WAxGoIckWQ-fCzhEkiQRqoNqtJEhBeROjk9LVluThmDRnosYf7

Bitte gebt uns kurz Bescheid – falls nicht schon geschehen – wenn ihr teilnehmen wollt (unter adebar@oag-chiemsee.de).

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse Februar 2026

Die vergangene Wasservogelzählung am 14.02.2026 bescherte bei idealen Sichtbedingungen – leicht bedeckter Himmel und relativ milde Temperaturen – ungewöhnlich hohe Februarzahlen: 18.114 gezählte Wasservögel, das ist der zweithöchste Februarwert seit mind 2013. Lediglich im Februar 2019 gab es mit 19.184 Ind noch mehr. Man darf mutmaßen, dass die andauernde Frostphase insbesondere in Nordost-Deutschland und -Europa die Wintergäste noch etwas länger in unseren Regionen verweilen lässt. Ein Indiz dafür wäre auch, dass die Januar-Zahl ähnlich hoch lag.

Besonders auffällig ist – wie auch schon im Vormonat – die sehr hohe Zahl an Blässhühnern. Mit 9.039 Ind. stellen sie knapp die Hälfte aller Wasservögel. Es ist sogar die vierthöchste Zahl überhaupt über alle Monate seit 2013. Lediglich im Oktober 2023 (9.868 Ind.), Februar 2017 (9.459 Ind.) und November 2025 (9.311 Ind.) wurden mehr gezählt. Mit ebenfalls fast durchgängig hohen Zahlen warteten die verschiedenen Entenarten auf. Die Schwimmenten wohl auch begünstigt durch den äußerst niedrigen Chiemsee-Wasserstand. Hier seien insbesondere Krickente (mit 292 Ind. der zweithöchste) und Spießente (mit 103 Ind. der höchste Februarwert seit 2013) erwähnt. Bei den Tauchern warteten Schwarzhalstaucher (82 Ind.) und Prachttaucher (35 Ind.) mit Februar-Maxima auf, während der seltenere Sterntaucher in diesem bisherigen Winter am Chiemsee noch kaum in Erscheinung getreten ist. Das trifft zum großen Teil für den Winter auch für die Meeresenten zu: keine Eisenten, lediglich 5 Samtenten, gerade mal 3 Bergenten.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (9.039 Ind. / 49,9%), Reiherente (4.292 Ind. / 23,7%), Stockente (1.183 Ind. / 6,5%), Tafelente (629 Ind. / 3,5%), Schellente (424 Ind. / 2,3%), Lachmöwe (405 Ind. / 2,2%), Haubentaucher (388 Ind. / 2,1%), Graugans (379 Ind. / 2,1%), Krickente (292 Ind. / 1,6%), Schnatterente (172 Ind. / 0,9%).

Erwähnenswert sind zudem noch 2 Rothalstaucher, 1 Ohrentaucher, 2 Zwergsäger und 3 Rohrweihen.

Die Karten zeigen die Verteilung der Blässhühner im Februar 2026 (erste Karte) und Januar 2026 (zweite Karte) am See. Es ist hier eine Verlagerung vom Westufer hin zum Nordwesten (Gstadt/Seebruck) zu erkennen.

ADEBAR-Kartierung in Lkr. RO/TS – viel Quadranten noch offen

ganz im Zeichen der frisch gestarteten zweiten Kartiersaison zu ADEBAR (2025-2029) stand der vergangene Online-Stammtisch der OAG Chiemsee. Knapp 20 Interessierte kamen zusammen, um mehr über den aktuellen Kartierstand in unserer Region (Landkreise RO/TS und Stadt Rosenheim) zu erfahren. Mittlerweile sind 36 der 115 TK/4-Quadranten von Kartierenden reserviert. Acht von diesen Quadranten sind mit mind. 19 Adebar-Begehungen schon im fortgeschrittenem Stadium oder weitgehend abgeschlossen. Im Umkehrschluss heisst es aber auch, dass wir für die kommenden Saisons noch eine gewaltige Aufgabe vor uns haben, die nur mit eurer Unterstützung zu bewältigen ist. Die Karte zeuigt es nochmal: viele Quadranten des westlichen und nördlichen Landkreises Rosenheim haben noch keinen ADEBAR-Kartierenden, ein ähnliches Bild ergibt sich auch vom nordöstlichen Landkreis Traunstein. Die farbig hinterlegten Quadranten zeigen den Reservierungsstatus an (hell: 1 Kartierender, dunkel >=2 Kartierende), die Zahl ist die Anzahl der bereits begangenen ADEBAR-Routen in den jeweiligen Quadranten.

Für Neulinge, Interessenten und Einsteiger bietet die OAG Chiemsee ein attraktives ADEBAR-Programm an, um in die Kartierung reinzukommen:

  • am 28. März, 7:30 Uhr: Gemeinsame Kartierung des TK/4 8141_4 (Siegsdorf) in kleinen Teams. Dabei werden Methodiken und praktischer Tipps von erfahrenen ADEBAR-Kartierenden weiter gegeben und nebenbei schon erste Routen im Quadranten begangen. Treffpunkt ist Siegsdorf; zur einfacheren Planung bitten wir bei Interesse vorher per Email anzumelden unter adebar@oag-chiemsee.de. Weitere Details werden vor dem Termin bekannt gegeben.
  • am 25. April, 7 Uhr: eine Veranstaltung der OG Bayern, durchgeführt durch die OAG Chiemsee: Gemeinsam Kartieren, Lernen, Daten sammeln – ADEBAR-Exkursion im Chiemgau. Quasi die Fortsetzung des Termins Ende März; eine Teilnahme am vorherigen Termin ist nicht erforderlich. Anmeldung über die OG Bayern: https://terminplaner6.dfn.de/b/25ba989b47737e3d47ba0eacf6f4da82-1507050; Kontakt aurelia.mandl@faunula.de
  • eine Signal-Gruppe zum Austausch, Tipps und Fragen zur ADEBAR-Kartierung. Wir werden hierüber auch eine Art Kartierungs-Mentoring/-Coaching anbieten, bei der erfahrene ADEBAR-Kartierende kurzfristig zu gemeinsamen Begehungsterminen einladen um Tipps weiterzugeben. Das kann allerdings nur in kleinen Teams (max 3 Personen) stattfinden – also: first come – first serve. Wichtig: bitte vorher in der Signal-Gruppe anmelden: https://signal.group/#CjQKINM9dtOD3syQgZPNL8WAxGoIckWQ-fCzhEkiQRqoNqtJEhBeROjk9LVluThmDRnosYf7 . Das ist ein Angebot an alle festen oder potenziellen ADEBAR-Kartierenden in unserer Region und wir würden uns freuen, wenn sich möglichst viele dieser Gruppe anschließen, um einen Austausch zu vereinfachen.

Unterschiedliche Mitmachmöglichkeiten ermöglichen eine ADEBAR-Kartierung, die auf den Kenntnisstand des Kartierenden ausgerichtet sind:

  • vollständige Quadranten-Kartierung eines erfahrenen Ornithologen mit umfangreichen Kenntnissen unserer heimischen Brutvogelfauna inkl. ihrer Stimmen. Entsprechend Zeit für die Abdeckung ist vorhanden.
  • Quadranten-Kartierung eines erfahrenen Ornithologen, mit eingeschränkter Zeit; der Quadrant kann dann mit anderen Kartierenden geteilt oder auf mehrere Jahre gestreckt werden
  • Unterstützung in Quadranten auch durch unerfahrene Kartierende, die sich einzelne Artgruppen vornehmen können. Dazu gehören z.B.: Schwalben, Rallen, Eulen, Greifvögel, Mauersegler; Nutzung von Klangattrappen 

Egal, für welche Variante man sich entscheidet: jede Unterstützung ist wertvoll. Und ich glaube, ich kann hier für alle, die in der vergangenen Saison bereits kartiert haben, sprechen. ADEBAR macht unheimlich viel Spass, man lernt neue Ecken aus der Heimat kennen und ist Teil eines gewaltigen Projekts. Also: zögert nicht und macht mit! 

Viele weiter Informationen zu Hintergründen, Methodik und die Mitmachbörse sind direkt auf den Seiten des DDA erhältlich (https://adebar.dda-web.de) oder fragt uns einfach: adebar@oag-chiemsee.de)

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse Januar 2026

Obwohl bei der Mittwinter-Wasservogelzählung am 17.1.2026 die Sichtverhältnisse wieder nicht sonderlich gut waren (Nebel waberte mal mehr, mal weniger stark), reichte es, dass wir nach dem schon im letzten Jahr zahlenmäßig starken Januar dieses mal mit 17.714 Ind. einen neuen Januar-Höchstwert seit mind. 2013 verzeichnen konnten. Möglicherweise hat die vorangegangene Frostperiode ihren Anteil daran, die viele der umliegenden Seen zufrieren ließ. Auch im Aiterbacher Winkel waren nur noch kleine Restflächen im Südostbereich eisfrei, in denen sich dann immerhin ein paar interessante Schwimmenten sammelten. 

Starke Zahlen waren durchwegs zu erkennen: seit Jahren schon mit beständiger Zunahme und neuen Januar-Höchstständen seit mind. 2013 gab es bei der Graugans (1.269 Ind.) und auch bei der Spießente (80 Ind.), aber auch weitere Arten warteten mit sehr hohen Werten auf. Darunter viele Schwimmenten insbes. Krick- (402 Ind.), Schnatter- (209 Ind.) und Löffelente (37 Ind.) – da hat der äußerst niedrige Wasserstand sicherlich auch seinen Anteil daran. Auch beim Blässhuhn gab es mit 7.648 Ind. einen Höchstwert. Die Dominanz war aber nicht gleichmäßig auf dem See verteilt: in den östlichen Zählabschnitten fehlte das Blässhuhn oftmals komplett, während die Tauchenten eher gleichmäßig auf alle Abschnitte verteilt waren.

Ein paar wenige Arten fallen allerdings durch ungewöhnlich geringe Zahlen auf. Dazu gehören Schwarzhalstaucher (9 Ind.), Lachmöwe (240 Ind.) und insbes. die Sturmmöwe, mit 2 Ind. ein Negativrekord. Sterntaucher und die Meeresenten (insbes. Samt- und Eisente) scheinen noch nicht wirklich am See angekommen zu sein. Erwähnenswert sind noch 40 Blässgänse, 4 Zwergsäger, 17 Prachttaucher, 3 Rothalstaucher, 1 Ohrentaucher und 2 Rohrdommeln.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (7.648 Ind. / 43,2%), Reiherente (4.105 Ind. / 23,2%), Stockente (1.372 Ind. / 7,7%), Graugans (1.269 Ind. / 7,2%), Tafelente (916 Ind. / 5,2%), Schellente (468 Ind. / 2,6%), Krickente (402 Ind. / 2,3%), Lachmöwe (240 Ind. / 1,4%), Schnatterente (209 Ind. / 1,2%), Haubentaucher (195 Ind. / 1,1%).

Folgende zwei Diagramme zeigen die Entwicklung von Graugans (oben) und Spießente (unten) seit 2013

Die Karte zeigt die Verteilung der Blässhühner bei der Januarzählung 2026:

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse November 2025

Das Wetter war sehr angenehm und die Luft ungewöhnlich klar – beste Voraussetzungen bei der vergangenen Wasservogelzählung am 15.11.2025. Das spiegelt sich auch ein wenig in den Zahlen wider: mit 17.309 gezählten Wasservögeln liegen wir hier am oberen Ende – seit 2012 wurden lediglich in den Jahren 2014 und 2016 (20.146! Ind.) mehr Vögel beobachtet.

Zoomt man in die Details, kann man die Auffälligkeiten wie folgt zusammenfassen: der Aufwärtstrend der Graugans hält weiterhin mit einem Novembermaximum von 1.408 Ind an. Bei den Schwimmenten ergibt sich ein durchmischtes Bild: während die Spießente ebenfalls einen November-Maximalwert erreicht (115 Ind., das ist mehr als doppelt so viel wie das bisherige Maximum vom vergangenen Jahr), wurden auf der anderen Seite Schnatter- (99 Ind.), Löffel- (25 Ind.) und Peifenten (0! Ind.) ungewöhnlich wenig gezählt. Zumindest für die Schnatterente scheint sich der Trend schon für den ganzen Herbst abzuzeichnen. Eine positive Tendenz scheint es hingegen bei den Tauchern durchgehend zu geben. Sie waren nicht nur zahl- sondern auch artenreich (Hauben-, Zwerg-, Schwarzhals-, Ohren-, Rothals-, Prachttaucher) anwesend. Die Prachttaucher sind mit 21 Ind. nun endlich am Chiemsee eingetroffen (im Vormonat wurde gerade mal 1 Ind. gezählt). Für die hohe Gesamtzahl der Zählung war maßgeblich das Blässhuhn verantwortlich. 9.311 Ind. wurden gezählt – der höchste November-Wert seit mind. 2012. Möglicherweise auch ein wenig dem geschuldet, dass wir mit dem Ganszipf einen zusätzlichen Zählpunkt etablieren konnten (wenngleich auch ohne diese Zahlen die Werte noch sehr hoch wären). Die Tafelenten – im Vormonat mit über 3.500 Ind. noch ungewöhnlich zahlreich vertreten – scheinen nun in größeren Teilen abgezogen zu sein und sind jetzt mit 884 Ind. auf einem üblichen November-Niveau. Es ist ganz typisch für diese Art, dass sie im Herbst ihr Hauptauftreten hat und dann in den Folgemonaten den See kontinuierlich verlässt. Zum Schluss noch eine Anmerkung zur Lachmöwe: hier sind seit etwa zwei Jahren deutliche Rückgänge zu erkennen – möglicherweise eine Auswirkung der Vogelgrippe, die seit 2023 für deutliche Verluste verantwortlich gemacht wird? Apropos Vogelgrippe: in den letzten Tagen wurden mehrere positive Fälle am Chiemsee von den Landratsämtern bestätigt. Bitte hier bei Entdeckung auffälliger Kadaverfunde die zuständigen Veterinärämter (Landratsamt RO oder TS) verständigen.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (9.311 Ind. / 53,8%), Reiherente (3.073 Ind. / 17,8%), Graugans (1.408 Ind. / 8,1%), Tafelente (884 Ind. / 5,1%), Stockente (833 Ind. / 4,8%), Haubentaucher (312 Ind. / 1,8%), Mittelmeermöwe (225 Ind. / 1,3%), Krickente (189 Ind. / 1,1%), Lachmöwe (125 Ind. / 0,7%), Großer Brachvogel (123 Ind. / 0,7%).

„Highlights“ waren neben dem späten Kampfläufer sicherlich 8 Kraniche, 2 Rothalstaucher und 3 Ohrentaucher. 

Die folgenden beiden Abbildungen zeigen die Entwicklungen der Graugänse (deutliche Zunahme) und der Lachmöwen (in den lezten Jahren Stagnation) seit 2012:

Die Entwicklungen der Graugänse (deutliche Zunahme) seit 2012
Die Entwicklungen der Lachmöwen (in den letzen Jahren Stagnation)

Die örtliche Verteilung der Lappentaucher im Nov. 2025 – man sollte aber nicht aus den Augen verlieren, dass ein großer Teil der Seefläche nicht einsehbar ist und sich dort sicherlich einige weitere Taucher vermuten lassen.

Kartierung Wintervogelatlas startet in neue Saison

Der Startschuss für die nächste Saison des Bayerischen Wintervogelatlas ist gefallen. Seit 15. November bis zum 15 Februar soll bayernweit und möglichst flächendeckend das Auftreten der Wintervögel dokumentiert werden – und zwar getrennt in erste Winterhälfte (15.11. – 31.12.) und zweite Winterhälfte (1.1. – 15.2.). Mitmachen kann jeder, der versiert in der Bestimmung unserer Wintervogelfauna ist. Dazu sind Begehungen sowohl in der ersten, wie auch der zweiten Winterhälfte durchzuführen und während eines ca. 1-stündigen Spaziergangs alle erkannten Arten zu notieren und auf ornitho einzutragen. Für einen Quadranten – den man sich auch mit anderen Personen teilen kann – sollten mehrere Beobachtungsgänge eingeplant werden. Genaueres zur Methodik erfährt man auf den Seiten des LBV (https://www.lbv.de/mitmachen/wintervogelatlas-bayern/) oder der OG Bayern (https://www.og-bayern.de/wintervogel-atlas-in-bayern/). Auch wer nicht gleich einen ganzen Quadranten bearbeiten will, kann durch seine Mithilfe einen wertvollen Beitrag leisten, indem die Vögel während eines Winterspaziergangs – gerade in den weniger häufig begangenen Quadranten – vollständig erfasst werden. Auch das kann den ein oder anderen „blinden“ Fleck beseitigen helfen.

Um eine möglichst vollständige Abdeckung unserer Region (Lkr/Stadt Rosenheim, Lkr. Traunstein) zu erreichen, lege ich einen Stand des vergangenen Winters mit der Begehungshäufigkeit pro Quadranten bei. Hier ist zu erkennen, dass wesentliche Teile noch keine / wenige Begehungen haben, wie z.B. im Gebirge (hier kann eine winterliche Begehung allerdings beschwerlich werden), sowie in den nördlichen Quadranten der Landkreise RO/TS: z.B. die Gegend um Tuntenhausen, Ostermünchen, Schonstett, um Wasserburg herum, Schnaitsee, Emertsham, Kienberg, entlang der Alz, Traunreut, Waging, entlang der Salzach etc. Es wäre schön, wenn sich insbesondere für die „Lücken“ noch aktive Vogelfreund:innen finden, die beim Atlasprojekt mitmachen.

Ein tagesaktuellen Begehungsstand lässt sich auf der Homepage einsehen: https://www.oag-chiemsee.de/wintervogelatlas-chiemgau/

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse Oktober 2025

Der erste Eindruck schon während des Zählens am Zähltermin 11.10.2025 hatte nicht getäuscht: es sind dieses Mal ungewöhnlich viele Tafelenten unterwegs. Und so wurde mit 3.555 Ind. nicht nur der höchste Oktoberwert, sondern der höchste Wert überhaupt während einer WVZ seit mind. 2012 ermittelt. Ansonsten befinden wir uns mit insgesamt 17.698 Ind. im oberen Mittelfeld der im Oktober zu erwartenden Mengen. 

Am zahlreichsten waren – wie üblich – die Blässhühner, die mit 7.700 Ind. etwas über Durchschnitt lagen. Ebenso überdurchschnittlich im Oktober, wenn auch in weitaus geringerer Zahl waren die Schwarzhalstaucher mit 43 Ind und die Pfeifenten mit 20 Ind. zu sehen – das sind bei beiden die höchsten Oktoberwerte seit mind. 2012; und auch die Graugans gehört in die Kategorie „überdurchschnittlich“ mit festgestellten 1.045 Ind.

Demgegenüber gab es mit gerade mal 63 Schnatterenten die geringste Oktoberzahl dieser Art seit 2012. Und auch die Lachmöwe lag mit 384 Ind. etwa bei der Hälfte der Ind., die im Oktobermittel sonst zu erwarten wären. Von den in den letzten Jahren im Oktober stets schon anwesenden Seetauchern scheint noch nicht viel bei uns im Süden angekommen zu sein. Gerade mal ein Prachttaucher war zu sehen – das ist etwas überraschend, waren doch die Seetaucher seit 2021 regelmäßig in mehreren Ind. (bis zu 19!) gezählt worden.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (7.700 Ind. / 43,5%), Tafelente (3.555 Ind. / 20,1%), Reiherente (2.880 Ind. / 16,3%), Graugans (1045 Ind. / 5,9%), Stockente (646 Ind. / 3,7%), Haubentaucher (479 Ind. / 2,7%), Lachmöwe (384 Ind. / 2,2%), Krickente (163 Ind. / 0,9%), Mittelmeermöwe (140 Ind. / 0,8%), Höckerschwan (104 Ind. / 0,6%).

Das nachstehende Diagramm und die Karte veranschaulichen die Oktober-Entwicklung der Tafelente seit 2012, sowie die räumliche Verteilung am Chiemsee während der vergangenen Wasservogelzählung. Sie scheint dabei klar das Nord- und Westufer zu bevorzugen, während sie im Osten und Südosten deutlich unterrepräsentiert ist: