Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse März 2026

Schönes Frühlingswetter mit teilweise strammem Südwestwind (v.a. Süd- und Westufer) waren für die vergangene Wasservogelzählung am 14.03.2026 kennzeichnend. Mit insgesamt 5.938 gezählten Ind. liegt die Gesamtsumme geringfügig unter dem Wert des Vorjahres (6.205 Ind.) und auch gut im langjährigen Märzmittel. Jahreszeitbedingt sind das gerade mal ein knappes Drittel der Vögel vom Februar.

Abgesehen von der Stockente und Spießente waren ungewöhnlich wenige Schwimmenten zu beobachten – insbesondere der Irschener Winkel – normalerweise Garant für ein größere Schwimmenten-Ansammlungen – war mit 7 Stockenten mehr oder weniger leergefegt. Auf dem gesamten See wurden lediglich 28 Schnatterenten, 23 Krickenten und 20 Spießenten beobachtet, keine Löffelenten, keine Pfeifenten, keine Knäkenten: wo sind sie alle geblieben?

Auch die Tafelenten sind – allerdings märztypisch – nahezu vollständig wieder Richtung Brutgebiete abgezogen. Im eher noch guten Zahlenbereich liegen die Taucher. Insgesamt warten fast alle Wasservogelarten mit erwartbaren Werten auf. Man merkt, dass das Rastgeschehen am Chiemsee für einen Großteil der Wasservogel zu Ende geht und viele schon Richtung Brutheimat aufgebrochen sind.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (2.664 Ind. / 44,9%), Reiherente (1.611 Ind. / 27,1%), Stockente (401 Ind. / 6,8%), Graugans (228 Ind. / 3,8%), Lachmöwe (212 Ind. / 3,6%), Schellente (153 Ind. / 2,6%), Haubentaucher (128 Ind. / 2,2%), Brachvogel (101 Ind. / 1,7%), Mittelmeermöwe (62 Ind. / 1%), Kormoran (55 Ind. / 0,9%).

Hervorzuheben sind noch die Beobachtungen von 17 Blässgänsen, 1 Ohrentaucher und 2 Flußregenpfeifern. Die mind. 13 Bergenten, die am Nachmittag am Achendelta beobachtet werden konnten waren bei der WVZ vormittags leider noch nicht zu sehen.

Das Diagramm zeigt die typische Schwimmenten-Zusammenstellung im März seit 2019 im Irschener Winkel. In der Regel ist die Krickente (hellgrün) die dominante Art in fast allen Jahren.

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse Februar 2026

Die vergangene Wasservogelzählung am 14.02.2026 bescherte bei idealen Sichtbedingungen – leicht bedeckter Himmel und relativ milde Temperaturen – ungewöhnlich hohe Februarzahlen: 18.114 gezählte Wasservögel, das ist der zweithöchste Februarwert seit mind 2013. Lediglich im Februar 2019 gab es mit 19.184 Ind noch mehr. Man darf mutmaßen, dass die andauernde Frostphase insbesondere in Nordost-Deutschland und -Europa die Wintergäste noch etwas länger in unseren Regionen verweilen lässt. Ein Indiz dafür wäre auch, dass die Januar-Zahl ähnlich hoch lag.

Besonders auffällig ist – wie auch schon im Vormonat – die sehr hohe Zahl an Blässhühnern. Mit 9.039 Ind. stellen sie knapp die Hälfte aller Wasservögel. Es ist sogar die vierthöchste Zahl überhaupt über alle Monate seit 2013. Lediglich im Oktober 2023 (9.868 Ind.), Februar 2017 (9.459 Ind.) und November 2025 (9.311 Ind.) wurden mehr gezählt. Mit ebenfalls fast durchgängig hohen Zahlen warteten die verschiedenen Entenarten auf. Die Schwimmenten wohl auch begünstigt durch den äußerst niedrigen Chiemsee-Wasserstand. Hier seien insbesondere Krickente (mit 292 Ind. der zweithöchste) und Spießente (mit 103 Ind. der höchste Februarwert seit 2013) erwähnt. Bei den Tauchern warteten Schwarzhalstaucher (82 Ind.) und Prachttaucher (35 Ind.) mit Februar-Maxima auf, während der seltenere Sterntaucher in diesem bisherigen Winter am Chiemsee noch kaum in Erscheinung getreten ist. Das trifft zum großen Teil für den Winter auch für die Meeresenten zu: keine Eisenten, lediglich 5 Samtenten, gerade mal 3 Bergenten.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (9.039 Ind. / 49,9%), Reiherente (4.292 Ind. / 23,7%), Stockente (1.183 Ind. / 6,5%), Tafelente (629 Ind. / 3,5%), Schellente (424 Ind. / 2,3%), Lachmöwe (405 Ind. / 2,2%), Haubentaucher (388 Ind. / 2,1%), Graugans (379 Ind. / 2,1%), Krickente (292 Ind. / 1,6%), Schnatterente (172 Ind. / 0,9%).

Erwähnenswert sind zudem noch 2 Rothalstaucher, 1 Ohrentaucher, 2 Zwergsäger und 3 Rohrweihen.

Die Karten zeigen die Verteilung der Blässhühner im Februar 2026 (erste Karte) und Januar 2026 (zweite Karte) am See. Es ist hier eine Verlagerung vom Westufer hin zum Nordwesten (Gstadt/Seebruck) zu erkennen.

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse Januar 2026

Obwohl bei der Mittwinter-Wasservogelzählung am 17.1.2026 die Sichtverhältnisse wieder nicht sonderlich gut waren (Nebel waberte mal mehr, mal weniger stark), reichte es, dass wir nach dem schon im letzten Jahr zahlenmäßig starken Januar dieses mal mit 17.714 Ind. einen neuen Januar-Höchstwert seit mind. 2013 verzeichnen konnten. Möglicherweise hat die vorangegangene Frostperiode ihren Anteil daran, die viele der umliegenden Seen zufrieren ließ. Auch im Aiterbacher Winkel waren nur noch kleine Restflächen im Südostbereich eisfrei, in denen sich dann immerhin ein paar interessante Schwimmenten sammelten. 

Starke Zahlen waren durchwegs zu erkennen: seit Jahren schon mit beständiger Zunahme und neuen Januar-Höchstständen seit mind. 2013 gab es bei der Graugans (1.269 Ind.) und auch bei der Spießente (80 Ind.), aber auch weitere Arten warteten mit sehr hohen Werten auf. Darunter viele Schwimmenten insbes. Krick- (402 Ind.), Schnatter- (209 Ind.) und Löffelente (37 Ind.) – da hat der äußerst niedrige Wasserstand sicherlich auch seinen Anteil daran. Auch beim Blässhuhn gab es mit 7.648 Ind. einen Höchstwert. Die Dominanz war aber nicht gleichmäßig auf dem See verteilt: in den östlichen Zählabschnitten fehlte das Blässhuhn oftmals komplett, während die Tauchenten eher gleichmäßig auf alle Abschnitte verteilt waren.

Ein paar wenige Arten fallen allerdings durch ungewöhnlich geringe Zahlen auf. Dazu gehören Schwarzhalstaucher (9 Ind.), Lachmöwe (240 Ind.) und insbes. die Sturmmöwe, mit 2 Ind. ein Negativrekord. Sterntaucher und die Meeresenten (insbes. Samt- und Eisente) scheinen noch nicht wirklich am See angekommen zu sein. Erwähnenswert sind noch 40 Blässgänse, 4 Zwergsäger, 17 Prachttaucher, 3 Rothalstaucher, 1 Ohrentaucher und 2 Rohrdommeln.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (7.648 Ind. / 43,2%), Reiherente (4.105 Ind. / 23,2%), Stockente (1.372 Ind. / 7,7%), Graugans (1.269 Ind. / 7,2%), Tafelente (916 Ind. / 5,2%), Schellente (468 Ind. / 2,6%), Krickente (402 Ind. / 2,3%), Lachmöwe (240 Ind. / 1,4%), Schnatterente (209 Ind. / 1,2%), Haubentaucher (195 Ind. / 1,1%).

Folgende zwei Diagramme zeigen die Entwicklung von Graugans (oben) und Spießente (unten) seit 2013

Die Karte zeigt die Verteilung der Blässhühner bei der Januarzählung 2026:

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse November 2025

Das Wetter war sehr angenehm und die Luft ungewöhnlich klar – beste Voraussetzungen bei der vergangenen Wasservogelzählung am 15.11.2025. Das spiegelt sich auch ein wenig in den Zahlen wider: mit 17.309 gezählten Wasservögeln liegen wir hier am oberen Ende – seit 2012 wurden lediglich in den Jahren 2014 und 2016 (20.146! Ind.) mehr Vögel beobachtet.

Zoomt man in die Details, kann man die Auffälligkeiten wie folgt zusammenfassen: der Aufwärtstrend der Graugans hält weiterhin mit einem Novembermaximum von 1.408 Ind an. Bei den Schwimmenten ergibt sich ein durchmischtes Bild: während die Spießente ebenfalls einen November-Maximalwert erreicht (115 Ind., das ist mehr als doppelt so viel wie das bisherige Maximum vom vergangenen Jahr), wurden auf der anderen Seite Schnatter- (99 Ind.), Löffel- (25 Ind.) und Peifenten (0! Ind.) ungewöhnlich wenig gezählt. Zumindest für die Schnatterente scheint sich der Trend schon für den ganzen Herbst abzuzeichnen. Eine positive Tendenz scheint es hingegen bei den Tauchern durchgehend zu geben. Sie waren nicht nur zahl- sondern auch artenreich (Hauben-, Zwerg-, Schwarzhals-, Ohren-, Rothals-, Prachttaucher) anwesend. Die Prachttaucher sind mit 21 Ind. nun endlich am Chiemsee eingetroffen (im Vormonat wurde gerade mal 1 Ind. gezählt). Für die hohe Gesamtzahl der Zählung war maßgeblich das Blässhuhn verantwortlich. 9.311 Ind. wurden gezählt – der höchste November-Wert seit mind. 2012. Möglicherweise auch ein wenig dem geschuldet, dass wir mit dem Ganszipf einen zusätzlichen Zählpunkt etablieren konnten (wenngleich auch ohne diese Zahlen die Werte noch sehr hoch wären). Die Tafelenten – im Vormonat mit über 3.500 Ind. noch ungewöhnlich zahlreich vertreten – scheinen nun in größeren Teilen abgezogen zu sein und sind jetzt mit 884 Ind. auf einem üblichen November-Niveau. Es ist ganz typisch für diese Art, dass sie im Herbst ihr Hauptauftreten hat und dann in den Folgemonaten den See kontinuierlich verlässt. Zum Schluss noch eine Anmerkung zur Lachmöwe: hier sind seit etwa zwei Jahren deutliche Rückgänge zu erkennen – möglicherweise eine Auswirkung der Vogelgrippe, die seit 2023 für deutliche Verluste verantwortlich gemacht wird? Apropos Vogelgrippe: in den letzten Tagen wurden mehrere positive Fälle am Chiemsee von den Landratsämtern bestätigt. Bitte hier bei Entdeckung auffälliger Kadaverfunde die zuständigen Veterinärämter (Landratsamt RO oder TS) verständigen.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (9.311 Ind. / 53,8%), Reiherente (3.073 Ind. / 17,8%), Graugans (1.408 Ind. / 8,1%), Tafelente (884 Ind. / 5,1%), Stockente (833 Ind. / 4,8%), Haubentaucher (312 Ind. / 1,8%), Mittelmeermöwe (225 Ind. / 1,3%), Krickente (189 Ind. / 1,1%), Lachmöwe (125 Ind. / 0,7%), Großer Brachvogel (123 Ind. / 0,7%).

„Highlights“ waren neben dem späten Kampfläufer sicherlich 8 Kraniche, 2 Rothalstaucher und 3 Ohrentaucher

Die folgenden beiden Abbildungen zeigen die Entwicklungen der Graugänse (deutliche Zunahme) und der Lachmöwen (in den lezten Jahren Stagnation) seit 2012:

Die Entwicklungen der Graugänse (deutliche Zunahme) seit 2012
Die Entwicklungen der Lachmöwen (in den letzen Jahren Stagnation)

Die örtliche Verteilung der Lappentaucher im Nov. 2025 – man sollte aber nicht aus den Augen verlieren, dass ein großer Teil der Seefläche nicht einsehbar ist und sich dort sicherlich einige weitere Taucher vermuten lassen.

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse Oktober 2025

Der erste Eindruck schon während des Zählens am Zähltermin 11.10.2025 hatte nicht getäuscht: es sind dieses Mal ungewöhnlich viele Tafelenten unterwegs. Und so wurde mit 3.555 Ind. nicht nur der höchste Oktoberwert, sondern der höchste Wert überhaupt während einer WVZ seit mind. 2012 ermittelt. Ansonsten befinden wir uns mit insgesamt 17.698 Ind. im oberen Mittelfeld der im Oktober zu erwartenden Mengen. 

Am zahlreichsten waren – wie üblich – die Blässhühner, die mit 7.700 Ind. etwas über Durchschnitt lagen. Ebenso überdurchschnittlich im Oktober, wenn auch in weitaus geringerer Zahl waren die Schwarzhalstaucher mit 43 Ind und die Pfeifenten mit 20 Ind. zu sehen – das sind bei beiden die höchsten Oktoberwerte seit mind. 2012; und auch die Graugans gehört in die Kategorie „überdurchschnittlich“ mit festgestellten 1.045 Ind.

Demgegenüber gab es mit gerade mal 63 Schnatterenten die geringste Oktoberzahl dieser Art seit 2012. Und auch die Lachmöwe lag mit 384 Ind. etwa bei der Hälfte der Ind., die im Oktobermittel sonst zu erwarten wären. Von den in den letzten Jahren im Oktober stets schon anwesenden Seetauchern scheint noch nicht viel bei uns im Süden angekommen zu sein. Gerade mal ein Prachttaucher war zu sehen – das ist etwas überraschend, waren doch die Seetaucher seit 2021 regelmäßig in mehreren Ind. (bis zu 19!) gezählt worden.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (7.700 Ind. / 43,5%), Tafelente (3.555 Ind. / 20,1%), Reiherente (2.880 Ind. / 16,3%), Graugans (1045 Ind. / 5,9%), Stockente (646 Ind. / 3,7%), Haubentaucher (479 Ind. / 2,7%), Lachmöwe (384 Ind. / 2,2%), Krickente (163 Ind. / 0,9%), Mittelmeermöwe (140 Ind. / 0,8%), Höckerschwan (104 Ind. / 0,6%).

Das nachstehende Diagramm und die Karte veranschaulichen die Oktober-Entwicklung der Tafelente seit 2012, sowie die räumliche Verteilung am Chiemsee während der vergangenen Wasservogelzählung. Sie scheint dabei klar das Nord- und Westufer zu bevorzugen, während sie im Osten und Südosten deutlich unterrepräsentiert ist:

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse September 2025

Nach den ungewöhnlich niedrigen September-Zahlen der letzten Saison 2024 – geschuldet den äußerst widrigen Wetterbedingungen – bewegen wir uns in der neuen Saison 2025 vom 13.09. mit 11.791 Ind. wieder auf dem üblichem Niveau. Bei näherer Betrachtung der Arten sind kaum Auffälligkeiten im Vergleich zu den letzten Jahren zu erkennen. Lediglich der Haubentaucher verzeichnete mit 738 Ind. den höchsten September-Wert (und den zweithöchsten Wert überhaupt) seit mind. 2012. Ebenfalls häufiger gezählt als zu erwarten wurden Schwarzhalstaucher (20 Ind.) und Kormorane (183 Ind.). 

Außer Kiebitz und Großer Brachvogel konnten keine Limikolen genauer identifiziert werden – immerhin gab es am Lachsgang einen Trupp von 15 nicht näher bestimmten Limikolen. Bei den 10 unbestimmten Seeschwalben kann man mit großer Wahrscheinlichkeit von Trauerseeschwalben ausgehen, die am gleichen Tag von einem weiteren Beobachter dort im Aiterbacher Winkel beobachtet wurden. Erwähnenswert sind darüber hinaus noch die Beobachtungen von 2 Seidenreihern und 1 Seeadler in der Hirschauer Bucht/Achenmündung.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (5.261 Ind. / 44,6%), Reiherente (1.604 Ind. / 13,6%), Tafelente (1.363 Ind. / 11,6%), Haubentaucher (738 Ind. / 6,3%), Lachmöwe (712 Ind. / 6,0%), Stockente (544 Ind. / 4,6%), Graugans (356 Ind. / 3,0%), Kolbenente (220 Ind. / 1,9%), Kormoran (183 Ind. / 1,6%), Mittelmeermöwe (164 Ind. / 1,4%).

Die Karte zeigt die Verteilung der verschiedenen Vogelgruppen auf die Zählstrecken. Die größeren Ansammlungen verteilen sich – typisch für den Frühherbst – auf die flachen, eher ruhigen Buchten (Aiterbacher Winkel, Seebruck West, Hirschauer Bucht und Irschener Winkel). Spannend ist aber hier die unterschiedliche Zusammensetzung: während im Aiterbacher Winkel der Anteil der Blässhühner über 76% beträgt, überwiegen in Seebruck West, Hirschauer Bucht und Irschener Winkel klar die Tauchenten.

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse April 2025

Das Ende der Wasservogelzählung-Saison im April hat sich wie gewohnt deutlich auf die Zahlen niedergeschlagen. Am 12.04.2025 wurden nur mehr 2.535 Wasservögel auf der gesamten Seefläche gezählt. Das ist nicht einmal die Hälfte des Vormonats, aber immerhin über 700 Vögel mehr als im April 2024.

So liegen auch bei den Einzelbetrachtungen fast durchgängig alle Werte über denen des Vorjahres-Aprils. Dennoch liegt die Gesamtzahl verglichen mit den letzten 13 Jahren auf einem eher niedrigen Niveau. Wenn man die Zahlen etwas differenzierter betrachtet ergibt sich ein etwas uneinheitlicheres Bild. Die niedrigen Zahlen sind im Wesentlichen den Tauchenten und hier insbesondere der Reiherente geschuldet, die seit etwa 5 Jahren die Hälfte bis zwei Drittel vom Niveau der Jahre davor ausmachen. Bei den Schwimmenten zeichnet sich in diesem Jahr ein ganz anderes Bild: mit 441. Ind. haben wir einen deutlichen April-Höchststand.

Als Besonderheiten seien dieses Mal ein überfliegender Schrei- oder Schelladler am Westufer, sowie ein Fischadler am Aiterbacher Winkel, 2 Ohrentaucher bei Seebruck und 4 Zwergmöwen im Irschener Winkel erwähnt. Auch die beiden Meeresenten-Arten Bergente (2 Ind.) und Eisente (3 Ind.) verweilten noch in der Hirschauer Bucht.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (609 Ind. / 24%), Haubentaucher (308 Ind. / 12,1%), Reiherente (297 Ind. / 11,7%), Lachmöwe (265 Ind. / 10,5%), Stockente (244 Ind. / 9,6%), Graugans (157 Ind. / 6,2%), Krickente (128 Ind. / 5%), Höckerschwan (79 Ind. / 3,1%), Kolbenente (60 Ind. / 2,4%), Schellente (56 Ind. / 2,2%).

Fast schon traditionell gab es nach der letzten Saisonzählung einen gemütlichen Ausklang im Seecafe Toni.

Eine Gesamtzusammenfassung der Saison 2024/25 folgt demnächst.

Derweil ein paar Grafiken zur Aprilzählung.

Die Karte zeigt die Verteilung am See nach Arten-Diversität; d.h. je dunkler, desto mehr Wasservogel-Arten wurden gezählt. Spitzenreiter ist der Aiterbacher Winkel mit 23 Arten

Das Diagramm veranschaulicht die April-Entwicklungen seit 2013 ausgewählter Schwimm- und Tauchenten

Das Diagramm veranschaulicht die April-Entwicklungen seit 2013 anteilsmäßig der Gruppen Schwimm-, Tauchenten und Blässhuhn

Die Kormoran-Schlafplatzzählung wurde – nicht zuletzt auch weil das Brutgeschäft schon am Start ist – in vielen Fällen nicht mehr durchgeführt.

Zu folgenden drei Plätzen lieen die April-Zahlen vor:

  • RO1: Vogelfreistätte Innstausee Freiham: 36 Ind. (10.4.2025)
  • RO3: Inn-Altwasser Pfaffenhofen: 6 Ind. (12.4.2025)
  • BGL Ainring: 18 Ind. (11.4.2025)

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse März 2025

Nicht ganz optimal waren die Verhältnisse bei der Chiemsee-Wasservogelzählung am 15. März 2025: frischer Wind, Wellengang und frostige Temperaturen erschwerten die Zählung insbesondere auf den offeneren Wasserflächen. Nichtsdestotrotz bewegt sich die Gesamtzahl von 6.205 Wasservögeln wieder auf durchschnittlichem März-Niveau und somit deutlich mehr Vögel als im Vorjahres-März (3.804 Ind.).

Die weiterhin andauernde Phase mit sehr niedrigem Wasserstand (das letzte Mal war er im Oktober 2023 so niedrig) bedingte insbesondere gute Zahlen bei den Schwimmenten. Grundsätzlich liegen wir – abgesehen von den Möwen – bei allen Artengruppen im zu erwartenden Zahlenbereich. Bei den Möwen sind es die Lachmöwen, von denen mit 121 Ind. der niedrigste Wert seit mind. 12 Jahren ermittelt wurde.

Spannend weiterhin sind die seltenen „Meerenten“, die mit 28 Bergenten und 2 Trauerenten vertreten waren – die 3 Eisenten und 2 Samtenten, die sich schon seit längerem (und wohl immer noch!) am See aufhalten wurden wohl übersehen.

Erstmals bei einer Märzzählung wurden Rohrweihen beobachtet – und das gleich 3 mal! Von dieser Art gibt es immer häufiger Beobachtungen bereits im Winter und im frühen Frühjahr.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (2.462 Ind. / 39,7%), Reiherente (1.798 Ind. / 29%), Stockente (520 Ind. / 8,4%), Schellente (193 Ind. / 3,1%), Krickente (157 Ind. / 2,5%), Kolbenente (151 Ind. / 2,4%), Großer Brachvogel (121 Ind. / 2%), Lachmöwe (121 Ind. / 2%), Mittelmeermöwe (112 Ind. / 1,8%), Haubentaucher (107 Ind. / 1,7%).

Die zwei anschließenden Grafiken stellen einen Vergleich der März-Zahlen seit 2013 dar. Das erste Diagramm zeigt die Entwicklung der verschiedenen Artgruppen, während das zweite Diagramm die Entwicklung der Möwen aufzeigt.

Weiterhin habe ich noch die aktuellen Zahlen der parallel laufenden Kormoran-Schlafplatzzählung zusammengestellt. Aus den Landkreisen RO/TS/BGL sind mir für März folgende besetzte Schlafplätze bekannt:

  • RO1 Vogelfreistätte Innstausee Freiham: 178 Ind.
  • RO6 Langbürgner See: 108 Ind.
  • Osternach/Prien: bereits Betrieb mit Nestbau; ca. 40 Ind.
  • RO Hartsee (Eggstätt): 36 Ind.
  • BGL Ainring: 45 Ind.

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse Februar 2025

Nach dem außergewöhnlich vogelarmen Februar des letzten Jahres wartete die diesjährige Februarzählung am 15.02.2025 mit einer durchschnittlichen Gesamtzahl auf: 11.708 Wasservögel wurden erfasst (gegenüber 6.505 Ind. im vergangenen Jahr, aber auch 19.240 Ind im Februar 2017).

Sehr auffällig sind dieses Mal die geringen Blässhuhn-Bestände, mit 3.353 Ind. überhaupt die niedrigste Februarzahl der vergangenen 12 Jahre. Demgegenüber gab es aber mit 4.551 Reiherenten den zweithöchsten Wert dieser Art im Februar (nur 2017 gab es mit 4.971 Enten mehr). Noch erstaunlicher ist, dass erstmalig im Februar nicht das Blässhuhn der zahlenmäßig häufigste Vogel war, sondern die Reiherente. Die meisten anderen Tauchenten waren allerdings eher unterdurchschnittlich vertreten – die Kolbenente war sogar überhaupt nicht anzutreffen (erstmalig innerhalb der letzten 12 Jahre!), immerhin von den Meeresenten gab es ein paar Meldungen vom Ostufer (3 Bergenten, von denen sich seither bis über 30 am See aufhalten, 2 Eisenten – immer noch regelmäßig zu sehen).

Bedingt durch den weiterhin äußerst niedrigen Wasserstand, waren die Schwimmentenbestände wieder verhältnismäßig hoch mit Februar-Rekordwerten von Spießenten (56 Ind.) und Löffelenten (32 Ind.). Ansonsten lagen alle anderen Arten im Bereich der zu dieser Jahreszeit erwartbaren Mengen.

Erwähnenswert sind noch folgende besondere Beobachtungen: 1 Mittelsäger, 1 Zwergsäger, 1 Rothalstaucher

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Reiherente (4.551 Ind. / 38,9%), Blässhuhn (3.353 Ind. / 28,6%), Stockente (1.029 Ind. / 8,8%), Graugans (652 Ind. / 5,6%), Schellente (508 Ind. / 4,3%), Lachmöwe (329 Ind. / 2,8%), Krickente (214 Ind. / 1,8%), Tafelente (195 Ind. / 1,7%), Schnatterente (132 Ind. / 1,1%), Haubentaucher (97 Ind. / 0,8%).

Hier noch zwei Grafiken, die Vergleiche der Februar-Zahlen seit 2013 erlauben. Das erste Diagramm zeigt, wie sich das Zahlen-Verhältnis von Blässhuhn und Reiherente erstmalig gewendet hat. Das zweite Diagramm vergleicht die Tauchenten-Zusammensetzung der letzten Jahre. Man erkennt, dass die Reiherente in den letzten Jahren deutlich an Dominanz gewinnt.

Weiterhin habe ich noch die aktuellen Zahlen der parallel laufenden Kormoran-Schlafplatzzählung zusammengestellt. Aus den Landkreisen RO/TS/BGL sind mir für Februar nur mehr zwei(!) besetzte Schlafplätze bekannt:

  • RO1 Vogelfreistätte Innstausee Freiham: 119 Ind.
  • RO Hartsee (Eggstätt): 36-46 Ind.

Der große Schlafplatz am Langbürgner See war im Februar komplett verwaist.

Wasservogelzählung Chiemsee: Ergebnisse Januar 2025

Der Trend des individuenstarken Dezembers scheint sich im Januar fortzusetzen: bei der vergangenen Wasservogelzählung vom 11.01.2025 waren so viele Wasservögel an einem Januar wie seit mindestens 2013 nicht mehr festgestellt worden. In der Summe waren es 15.574 Vögel – verglichen zum Vorjahres-Januar ziemlich genau die doppelte Menge.

Für die folgenden Betrachtungen werden immer die Januar-Zählungen aus dem mir vollständig vorliegende Vergleichszeitraum seit 2013 herangezogen. So gab es bei Höckerschwan und Graugans mit 212 Ind. bzw. 673 Ind. jeweils Januar-Maxima. Begünstigt durch den weiterhin sehr niedrigen Wasserstand, warten auch die Schwimmenten mit guten Zahlen auf. Allen voran Krickente mit 372 Ind. zweithöchster Wert, Schnatterente mit 253 Ind. höchster Wert und Löffelente mit 72 Ind. ebenfalls höchster Wert. Spannend ist die Betrachtung der beiden zahlenmäßig am stärksten vertretenden Wasservögel: das Blässhuhn knüpft mit 5.938 Ind an die Zahlen an, die es vor zehn und mehr Jahren gab, während die Reiherente mit 4.616 Ind. den höchsten Wert seit langem zu verzeichnen hat.

Erwähnenswerte Beobachtungen waren sonst auch noch: 8 Singschwäne, 25 Blässgänse, 30 Brandgänse, 3 Bergenten, 1 Mittelsäger. Interessant außerdem: weiterhin verhältnismäßig viele Wasserrallen– und Eisvogel-Beobachtungen. Auf der anderen Seite fallen die ungewöhnlich niedrigen Sturmmöwen-Zahlen auf – wie schon die gesamte Saison bisher.

Der Reihe nach die Top-10 Arten: Blässhuhn (5.938 Ind. / 38,1%), Reiherente (4.616 Ind. / 29,6%), Stockente (1.194 Ind. / 7,7%), Graugans (673 Ind. / 4,3%), Tafelente (630 Ind. / 4%), Schellente (485 Ind. / 3,1%), Lachmöwe (386 Ind. / 2,5%), Krickente (372 Ind. / 2,4%), Schnatterente (253 Ind. / 1,6%), Höckerschwan (212 Ind. / 1,4%).

In der Abbildung unten noch ein Vergleich zur geografischen Verteilung. Gegenübergestellt wird einerseits die Verteilung nach Individuen (links) und die Arten-Anzahl (rechts). Man erkennt, dass zwar die Zählstrecken „Mühln bis Gstadt“ (2.676 Ind.) und auch „Seebruck Ost“ (1.744 Ind) recht hohe Gesamtzahlen aufweisen, allerdings bzgl. der Arten-Diversität den Strecken mit strukturreichem Ufer und Flachwasserzonen (insbes. West- und Südufer, max 23 Arten) zurückstecken müssen.

Weiterhin habe ich noch die aktuellen Zahlen der parallel laufenden Kormoran-Schlafplatzzählung zusammengestellt:

  • RO1 Vogelfreistätte Innstausee Freiham: 152 Ind.
  • RO2 Inn bei Fischbach: 0 Ind
  • RO3 Inn-Altwasser Pfaffenhofen: 0 Ind.
  • RO4 Inn bei Pfraundorf: nicht mehr geprüft
  • RO5 Happinger See: nicht mehr geprüft
  • RO6 Langbürgner See: 114 Ind.
  • RO Prien/Osternach: 0 Ind.
  • RO Hartsee (Eggstätt): 36 Ind.
  • RO Hofsee (Eggstätt): 0 Ind.
  • Vagener Stausee: 0 Ind.
  • Höglinger Weiher: 0 Ind.
  • TS2 Tiroler Ache/Lachsgang: nicht mehr geprüft
  • TS3 Waginger See: 0 Ind.
  • TS4 Alz nördl. Truchtlaching (Poing): 2 Ind.
  • TS5 Hirschauer Bucht: nicht mehr geprüft
  • TS6 Krautinsel: nicht mehr geprüft
  • TS Bansee (Seeon): 0 Ind.   
  • TS Seebruck-Esbaum: 6 Ind.   
  • TS Tachinger See: nicht mehr geprüft
  • BGL Ainring: 0 Ind.